Rechtsanwaltsfachangestellter (m/w)

Ist das etwas für mich?

In Thüringen sind derzeit 2.051 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Stand Oktober 2015) zugelassen. Unerlässlich für ihre tägliche Arbeit ist die Unterstützung durch Rechtsanwaltsfachangestellte. Diese tragen mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten wesentlich zur Qualität und zum Erfolg einer Anwaltskanzlei bei.

Rechtsanwaltsfachangestellte sind oft der erste Ansprechpartner für Mandanten im Anwaltsbüro. Sie nehmen Telefongespräche entgegen, leiten diese weiter, begrüßen und betreuen Mandanten. Außerdem kümmern sie sich um das Aktenmanagement und übernehmen Schreibarbeiten. Dafür braucht es ein offenes Wesen und gute Umgangsformen.

Besonders wichtig für den Beruf des Rechtsanwaltsfachangestellten (m/w) ist Organisationstalent, denn sie verwalten oftmals eigenständig einzelne Dezernate. Zudem übernehmen sie die Terminplanung und -koordination. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass keine Verzögerungen oder Fristversäumnisse entstehen.

Für die tägliche Arbeit verlangt der Beruf des Rechtsanwaltsfachangestellten (m/w) zudem ein gewisses mathematisches Geschick. So müssen der Zahlungsverkehr der Kanzlei überwacht und Gebührenrechnungen erstellt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.recht-clever.info.

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Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Bei entsprechender Leistung kann die Ausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Die Rechtsanwaltsfachangestellten werden theoretisch in der Berufsschule und praktisch in der Anwaltskanzlei ausgebildet.

In der Regel findet nach eineinhalb Jahren eine Zwischenprüfung und nach drei Jahren eine Abschlussprüfung statt. Nähere Auskünfte erteilt die Rechtsanwaltskammer auf Nachfrage.



schriftliche Abschlussprüfung: 9./10. Mai 2017
mündliche Abschlussprüfung: 8./9. Juni 2017

Zwischenprüfung: 18. Oktober 2017

Fachbezogene Informationsverarbeitung:

Winterprüfung:


Die Arbeitszeit beträgt 40 Wochenstunden. Für die Teilnahme am Berufsschulunterricht werden Auszubildende durch den Arbeitgeber freigestellt.

Im Berufsausbildungsvertrag ist der dem Auszubildenden zustehende Urlaub für jedes Kalenderjahr einzutragen. Hat die Ausbildung im Kalenderjahr mindestens sechs Monate gedauert, so darf der gesetzliche Mindesturlaub für das ganze Jahr nicht unterschritten werden. Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt nach Alter gestaffelt:

  • Unter 16 Jahren mindestens 30 Werktage
  • Unter 17 Jahren mindestens 27 Werktage
  • Unter 18 Jahren mindestens 25 Werktage
  • Ab 18 Jahren mindestens 24 Werktage

Der RAK-Vorstand empfiehlt folgende Ausbildungsvergütung:

  • 1. Ausbildungsjahr € 550,00
  • 2. Ausbildungsjahr € 650,00
  • 3. Ausbildungsjahr € 750,00


Die Ausbildung erfolgt über Lernfelder. Zu den Lernfeldern im 1. Ausbildungsjahr zählen:

  • Beruf- und Ausbildungsbetriebe präsentieren
  • Arbeitsabläufe im Team organisieren
  • Zivilprozessrecht
  • Schulrechtliche Regelungen bei der Vorbereitung und Abwicklung von Verträgen anwenden
  • Ansprüche außergerichtlich geltend machen

Hinzu kommt eine umfangreiche praktische Ausbildung in der Kanzlei, welche die Möglichkeit bietet, das erlernte Wissen anzuwenden und zu ergänzen.


Nach zweijähriger Berufstätigkeit als Rechtsanwaltsfachangestellter (m/w) in einer Kanzlei besteht die Möglichkeit, an einer Fortbildungsprüfung zum Geprüften Rechtsfachwirt (m/w) teilzunehmen. Rechtsfachwirte bearbeiten weitgehend selbständig Zwangsvollstreckungen und andere standardisierte Mandate, leiten eigenverantwortlich das Büro und koordinieren den Personaleinsatz.

Darüber hinaus fungiert die Ausbildung aufgrund ihrer Vielschichtigkeit als Sprungbrett für eine Weiterqualifikation in vielen anderen Berufen in den Bereichen Recht und Wirtschaft (z. B. in Banken, Versicherungen oder dem öffentlichen Dienst).


Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht zwingend vorausgesetzt. Ein Realschulabschluss oder Abitur sind jedoch von Vorteil. Viele Kanzleien legen Wert auf einen guten Schulabschluss.

Zu Ihren Stärken sollte zählen:

  • Das sichere Beherrschen der deutschen Sprache
  • Logisches Denken
  • Verantwortungsbereitschaft
  • Organisationstalent
  • Flexibilität
  • Freude am Umgang und an der Kommunikation mit Menschen

Der Rechtsanwalt hat eine Verschwiegenheitspflicht. Er überträgt diese Pflicht auch auf die Rechtsanwaltsfachangestellten.


Das 1. Lehrjahr beginnt am 10.08.2017. Es werden jedoch noch im laufenden Ausbildungsjahr Verträge abgeschlossen. Die Rechtsanwaltskammer kann hier auf Nachfrage Auskunft geben.


Geprüfter Rechtsfachwirt (m/w)

Rechtsfachwirte beherrschen das nichtanwaltliche Aufgabenfeld eines Rechtsanwaltsbüros und sind für die Sachbearbeitung zuständig. Gemeinsam mit der Hans Soldan GmbH bietet die RAK Thüringen ein Seminar zur Erreichung der Qualifikation des Geprüften Rechtsfachwirts (m/w) an. Innerhalb dieser beruflichen Weiterbildung können Rechtsanwaltsfachangestellte Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erwerben, die sie zur Verwaltung, Organisation und Leitung einer Rechtsanwaltskanzlei befähigen.

Einzelheiten zu den Fortbildungsseminaren erfragen Sie bei Frau Härtling (haertling@rak-thueringen.de).


Am Ende des Seminars findet eine schriftliche und mündliche Prüfung vor der Rechtsanwaltskammer Thüringen statt. Die Prüfungsgebühren werden von der Kammer gesondert erhoben und sind nicht im Seminarpreis enthalten.

Inhalt der Prüfung sind folgende Sachgebiete:

  • Büroorganisation und Verwaltung
  • Personalwirtschaft und Mandantenbetreuung
  • Verantwortungsbereitschaft
  • Mandatsbetreuung im Kosten-, Gebühren- und Prozessrecht
  • Mandatsbetreuung in der Zwangsvollstreckung und im materiellen Recht

Die Prüfungsinhalte entnehmen Sie bitte § 2 der Prüfungsordnung.

Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluss „Geprüfter Rechtsfachwirt“ beziehungsweise „Geprüfte Rechtsfachwirtin“.


Zulassung zur Fortbildungsprüfung
1. Persönliche Voraussetzung
Zur Prüfung ist zuzulassen, wer nach bestandener Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Rechtsanwaltsfachangestellter (m/w) mindestens zwei Jahre in der Kanzlei eines Rechtsanwaltes oder nach vorbezeichneter Prüfung mindestens zwei Jahre eine vergleichbare Tätigkeit ausgeübt hat oder, ohne die Abschlussprüfung bestanden zu haben, in der Breite des Berufsbildes mindestens sechs Jahre ohne wesentliche Unterbrechung tätig war.

2. Örtliche Voraussetzung
Zur Prüfung kann nur zugelassen werden, wer zur Zeit der Anmeldung zur Prüfung bei einem im Bezirk der Rechtsanwaltskammer zugelassenen Rechtsanwalt beschäftigt ist oder, sofern kein Beschäftigungsverhältnis zu diesem Zeitpunkt besteht, seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Bezirk der Rechtsanwaltskammer hat oder an einer Fortbildungsmaßnahme im Direktunterricht teilgenommen hat, die von der Rechtsanwaltskammer durchgeführt wurde.

3. Der Prüfungsausschuss kann in begründeten Fällen Ausnahmen zulassen.
Die Rechtsanwaltskammer Thüringen bietet in der Regel alle zwei Jahre eine Fortbildungsprüfung an. Bitte informieren Sie sich direkt bei der RAK Thüringen oder bei der Soldan GmbH.

Informationen hierzu erteilt Frau Jahnke Fon: 0201 / 86 12-304